Bari
Bari (ursprünglich ein römischer Hafen) gilt oft als pragmatische Hauptstadt Apuliens — weniger geschniegelt als Italiens Städte der ersten Reihe, aber still anziehend in der Art, wie es der Adria zugewandt ist. Bei der Ankunft spürt man das Selbstbewusstsein einer arbeitenden Uferzone: Die lange Uferpromenade und ihr stetiger Verkehrsstrom gehen in Bari Vecchia über, wo sich helles Steingassenwerk zu einem dichten, menschenmaßstäblichen Labyrinth verengt und der Alltag nah an Türschwellen, Innenhöfen und der Straße bleibt.
Jahrhunderte mediterranen Austauschs prägen noch immer die Textur der Stadt; byzantinische und normannische Schichten lassen sich in Kirchen ebenso ablesen wie in der festungsartigen Wucht des Castello Svevo. Der Hafen bleibt eine konstante Präsenz und verbindet Bari nach außen, während Dienstleistungen und eine große Universität die Stadt jung halten, ohne sie zur Kulisse zu machen. Ihr Charakter zeigt sich in direkter Herzlichkeit und in einer Küche, die Handwerk über Inszenierung stellt — von Hand geformte Orecchiette, Focaccia mit kräftiger Kruste und Meeresfrüchte, die nach Küste schmecken, nicht nach Auftritt.