Teotihuacán
Teotihuacán (erstmals um 100 v. Chr. besiedelt) ist weniger eine Stadt als die Erinnerung an eine Metropole – verehrt als Stadt der Götter und bis heute geprägt von dem, was unbekannt bleibt. Im Tal von Mexiko wirkt seine Geometrie bewusst und streng: Die Straße der Toten führt zwischen Plattformen und Plätzen hindurch, während die Pyramiden der Sonne und des Mondes wie gebaute Berge aufragen und Distanz in Zeremonie verwandeln.
Was in Stein und Pigment überdauert hat, deutet auf eine Gesellschaft hin, in der bürgerliche Ordnung und kosmische Ordnung untrennbar waren. Wandmalereien, Wohnkomplexe und die gemeißelte Fassade des Tempels der Gefiederten Schlange lassen eine Autorität erkennen, die sich durch heiligen Atem und ritualisierte Macht ausdrückte. Einst in ganz Mesoamerika einflussreich, lebt die Stätte heute als nationales Symbol und als Landschaft der Besucher weiter, in der Maßstab und Gestaltung noch immer eine stille Kraft tragen.