Kapstadt
Kapstadt (1652 als niederländische Versorgungsstation gegründet) gilt oft als Südafrikas „cinematischste“ Stadt, in der Tafelberg und Atlantikkante dem Alltag eine harte, helle Kontur geben. Sie kann zugleich offen und streng gezeichnet wirken: Hafen und Hänge, Strände und dichte Viertel – ein Rhythmus, der innerhalb weniger Straßen von küstiger Leichtigkeit zu urbaner Intensität kippt.
Ihre Gegenwart ist untrennbar mit kolonialem Handel und den konstruierten Trennungen der Apartheid verbunden; District Six prägt weiterhin, wie die Stadt über Raum, Zugehörigkeit und Wiedergutmachung nachdenkt. Tourismus und eine selbstbewusste Kreativszene stehen neben Finanzwirtschaft und einer wachsenden Tech-Ökonomie, bringen Energie – und halten zugleich Ungleichheit und Wohnungsdruck im Blick. Mehrsprachig und durchmischt spricht die Stadt ebenso durch Essen wie durch Skyline: von Kap-Malay-Aromen bis zu zeitgenössischer Küche, die sich weigert, die Vergangenheit glattzuziehen.