San Germán
San Germán (1511 von den Spaniern gegründet) wird in Puerto Rico mit besonderem Stolz genannt: eine Stadt im Inselinneren, in der koloniale Schichten dicht an das Alltagsleben heranrücken. In den grünen Hügeln des Südwestens tritt sie ohne Spektakel auf — Kopfsteinpflaster, schattige Plätze und verwitterte Fassaden, die den Maßstab menschlich und die Stimmung unaufgeregt halten, eher gelebt als inszeniert. Geschichte wirkt hier weniger wie Kulisse denn wie bürgerschaftliche Gewohnheit, verankert in Orten wie Porta Coeli und in einem lokalen Instinkt, Erbe als Erinnerung statt als Ausstellung zu behandeln. Bildung und kleinteiliger Handel prägen den Alltag; die Universität verleiht Straßen, die sonst in gleichmäßigem Takt gehen, einen jüngeren Puls.